Zum Artikel springen

Chronik der Zehlendorfer Schützengilde

Bild der Königsscheibe von 1894
Aus unserer Festschrift zum 100 jährigen Bestehen der
Zehlendorfer Schützengilde, welches wir 1993 feiern konnten, ist die stichwortartige Chronik als Konzentrat entnommen und bis dato ergänzt worden.

=> das linke Abbild zeigt die Königsscheibe von 1894


 

Am 29. November: Gründung unseres Vereins auf dem Schützenstand im Garten des Wein- und Bierrestaurants in der Hauptstraße 12 (heute Teltower Damm, „Optiker Obenaus“). Der Name lautete: „Zehlendorfer Teschin-Schießklub Gut Ziel“. Erster Vorsitzender Max Koch. (Eine interessante Anmerkung am Rande:
Eigentlich heißt die kleinkalibrige Handfeuerwaffe „Tesching“ ; da hatte offensichtlich keiner im Wörterbuch nachgesehen.)


Am 31. Juli: Umbenennung des Schießvereins „Gut Ziel“ in „Zehlendorfer Schützengilde“. (Die Feier dazu fand im Kaiserhofsaal des Lokals „Kaiserhof“ statt.) Erster Vorsitzender zu dieser Zeit Max Bischoff.

Am 23. März: Gründung des „Schützenbundes Kreis Teltow“. (Dieser setzte sich aus den Schützenvereinen von Mittenwalde, Königs Wusterhausen, Nowawes-Neuendorf,Schuetzenhaus Zehlendorf, Groß-Lichterfelde und dem Scharfschützenverband Steglitz zusammen.) Am 27. März: Grundsteinlegung zum Schützenhaus am Machnower Busch. September: Erste Traditionsveranstaltung (Vogelkönigschießen) im neuen Schützenhaus.

Im Sommer : gestiftete KoenigsketteDer neue Vogelkönig übertrug feierlich seine Würde auf den Prinzen Heinrich von Preußen, der diese Ehrung mit Dank annahm. (Die von dem Prinzen gestiftete Königskette schmückt noch heute jeden amtierenden Schützenkönig.)

Erster Vorsitzender Karl Kopetzki.


Am 28.Februar: Endgültiger Beschluss über den Kauf des Geländes am Machnower Busch. Am 14.Juli: Amtliche Genehmigung dafür. Gleichzeitiger Eintrag „e.V.“ ins Vereinsregister. (Offensichtlich hatte sich der Verein mit dem Kauf übernommen, denn 1909 wurde das Schützenhaus an die „Kleinmachnower Terrain-Gesellschaft verkauft.)

Bild von Reinhold Bathehatte der Verein 63 Mitglieder und drei Ehrenmitglieder. (Aus Mitgliederspenden wurden zwei Grundstücke an der Machnower Straße gekauft.) Erster Vorsitzender Reinhold Bathe.

Nutzung des Schießstandes durch das Militär. Das Schützenwesen kam zum Erliegen. In der Zeit von 1915 - 1918 gab es anscheinend keine Schützenkönige, Vogelkönige und Schützenköniginnen. Es existieren aus dieser Zeit nicht einmal Protokolle.

Am 8. Februar fand die erste Mitgliederversammlung nach dem Krieg statt. Ab Ostern erfolgt das Wiederaufleben des Übungsschießens.

Ab April gab es die ersten Schützen Bild vom Ausmasch 1920wieder in Uniform. (Kameraden, die nicht im Besitz einer Uniform waren, sollten im Gesellschaftsanzug erscheinen.)

1921hatte der Verein 53 Mitglieder und zwei Ehrenmitglieder.

1924hatte der Verein 76 Mitglieder und zwei Ehrenmitglieder.

Bild von der Ehrentafel 1927 1925Am 18. November erfolgt die Enthüllung einer Ehrentafel für die Gefallenen des Krieges (Diese Tafel befindet sich heute in unserem Schützenhaus.)

1927Im Juli fand das 18. Deutsches Bundesschießen in München statt. Der Verein beteiligte sich mit 24 Kameraden. (Die Aktivitäten fanden auf einer riesigen Festwiese statt und das Festbankett in der Konreßhalle.) Die „Zehlendorfer Schützengilde“ erhielt von nordamerikanischen Schützenbrüdern einen Orden mit dem Sternenbanner.)

Bild vom 18. Deutschem Bundesschießen


1928Der Verein erhielt neue Satzung mit Eintrag in das Vereinsregister.

1929Verbot aller Ausmärsche durch den Polizeipräsidenten (Man fand einen Ausweg: Der Schützenkönig fuhr im geschmückten und mit vier Schimmeln bespanntem Landauer vor.)

1930Am 12. März erfolgte die Enthüllung eines vom Verein gestifteten bunten Fensters für das neuerbaute Zehlendorfer Rathaus. Der Künstler hieß Batho. Das Fenster wurde durch Kriegseinwirkungen leider zerstört.

1933Neue Machtverhältnisse in Deutschland, denen sich kein Verein ent- ziehen konnte. Hitler und seine Gefolgsleute schalteten alles „gleich“.
Am 8. November legt der gesamte Vorstand alle Ämter nieder, gemäß der Anweisung des Deutschen Schießsportverbandes. Die weitere Führung unter anderen Voraussetzungen übernahm Reinhold Bathe.

1935Am 8. März erfolgt der Eintrag einer Einheitssatzung ins Vereinsregister.


1937Der Zusammenschluß mit dem Verein der Schießfreunde Zehlendorf wird am 6.Januar vollzogen, unter der neuen Bezeichnung: „Zehlendorfer Schützengilde von 1893 e.V.“

Bild von Fahnen
1939Veranstaltung eines Kameradschaftsabends statt eines Stiftungsfestes.

1943Am 20. Februar fand eine letzte Veranstaltung statt, in der die Fronturlauber begrüßt und der gefallenen Kameraden gedacht wurde.

Kriegsende. Jeder hatte mit der Gestaltung des eigenen Lebens zu tun. Der Gedanke an die Wiederaufnahme des Schießbetriebes kam zu diesem Zeitpunkt niemandem. Dazu das Verbot jeglichen Waffenbesitzes durch die Alliierten.

1951Am 6. Juni erfolgt das Wiederaufleben in einer Gründungsversammlung des Vereins im Restaurant „Wiesenburg“ am Teltower Damm. Bild vom Schießen(Es erschienen 14 ehemalige Mitglieder und sechs neue Sportfreunde. Ein Satzungsentwurf konnte bereits vorgelegt werden.) Erster Vorsitzender Reinhold Bathe. Am 12. September liegt die Bestätigung des Bezirksamtes über Vereinsanmeldung vor. ( Die Königskette, alte Vogelkönigskette, Auszeichnungen und andere Dinge aus dem Besitz der Gilde wurden nach und nach von Vereinsmitgliedern zurückgeholt. Viele Unterlagen wurden leider im Krieg zerstört.) Am gleichen Tag findet auch das erste Schießtraining, nach dem Erwerb eines Luftgewehres, auf den Schießständen des Restaurants „Wiesenburg“ statt.

1952Im Laufe des Jahre tritt die Gilde dem „Schützenverband Berlin-Brandenburg e.V. bei. Am 9. Juni startete das erste Königsschießen nach 10-jähriger Unterbrechung im „Cafe Leopold“ in der Fischerhüttenstraße

1953Öffentlicher Auftritt der Zehlendorfer Schützengilde mit einem Preis- und Volkskönigsschießen bei der Zehlendorfer Heimatwoche. Erster Vorsitzender Erich Weiss. In diesem Jahr beginnt die Schützenfreundschaft mit dem Uniformierten Jägercorps und dem Schützenkollegium der Stadt Pattensen.

1954Anschaffung eines zweiten Gewehres. Training auf dem Gelände „ZTSV 88“.

1955Bild FahnenweiheErster Vorsitzender Hermann Seeger. Feierliche Fahnenweihe anläßlich des 49. Königsschießens.

1958
Endlich. Pacht eines Geländes der Deutschen Reichsbahn in Wannsee einschließlich Wehrmachtsbaracke. Am 13. September erfolgt die offzielle Einweihung der neuen Vereinsanlage.

Bild Einweihung der neuen Vereinsanlage

1960Abstimmung über Teilnahme der Frauen am Kleinkaliberschießen - ohne Erfolg für die Frauen.

1962
Verhandlungen mit Bezirksamt Zehlendorf über Verkauf der beiden Grundstücke am Machnower Busch. (Inzwischen hatte das Tiefbauamt Grenzkontrollwege auf den Grundstücken angelegt, so dass der Schießbetrieb nicht mehr aufgenommen werden durfte.)

1965Am 31. März erfolgte eine unerwartete Kündigung des Pachtvertrages der Schießanlage in Wannsee.

1966Bild vom neuen SchützenhausAm 14. März wird der Verkauf des alten Schützenhauses am Machnower Busch besiegelt. Für ein Grundstückes auf dem Ernst-Reuter-Sportfeld wird ein Pachtvetrag abgeschlossen. Bereits am 12. November kann die Einweihung des Neubaues auf diesem Gelände erfolgen. (Eine Brauerei stellte Theke und Tische zur Verfügung, die alten vorhandenen Stühle wurden kostenlos überholt.)

Bild: Scheibe 75 Jahre Gilde 1968
Beginn der Schützenfreundschaft mit der „Wehringhauser Schützengilde e.V. 1922“ in Hagen.

1969Am 29. Januar wird Karl Lindner zum Ersten Vorsitzenden gewählt

1970
Am 25. März wird ein Antrag auf Aufnahme von Frauen in die Gilde gestellt - ohne Erfolg.

1971Aufnahme der alten Tradition des Königsausmarsches. (Der noch an diesem Tage amtierende Schützenkönig wird von den Gildemitgliedern, Vertretern befreundeter Vereine begleitet von einem Spielmannszug von zu Hause abgeholt.)

1979Aufnahme von Frauen als Mitglieder in der Gilde.


1981
Am 4. Februar wird Klaus Wurl zum Ersten Vorsitzenden gewählt.


1989Am 15. Februar wird Hermann Lamprecht zum Ersten Vorsitzenden gewählt. Bild Urkunde Wandlitz

1990
Teilnahme am ersten feierlichen Ausmarsch – nach 50 Jahren – im Kreis Teltow

1992Kontaktaufnahme zur Schützengilde Königs Wusterhausen von 1990 e.V.;

Kontaktaufnahme zur Wandlitzer Schützengesellschaft 1888 e.V.

Bild vom 100 Jaehrigen Fest



19932-tägiges Schützenfest anläßlich des 100-jährigen Bestehen unseres Vereins.



Bild Urkunde Schützenfreundschaft Rheinsberg 1997
Am 31. Mai Beurkundung der Schützenfreundschaft mit der Rheinsberger Schützengilde 1845 e.V.

1999
Am 24. Februar wird Peter Gaude zum Ersten Vorsitzenden gewählt.

Bild Ausmarsch in Steglitz2001Großes, gemeinsames Bezirksschützenfest Steglitz-Zehlendorf

2002
Am 27. November erfolgt der Kauf des Grundstückes auf dem Ernst-Reuter-Sportfeld (u.a. möglich durch Spenden der Mitglieder).

1979
Frauen und Männer schießen jetzt gleichberechtigt um die Krone und Regentschaft des Königshauses.

1981
Das Schützenheim wird 40 Jahre alt.

2009Am 18. Februar wird Nicolai von Hübbenet zum Ersten Vorsitzenden gewählt.

1981
Erneuerung des Schützenheim-Daches.

zum Seitenanfang